"Alle Systeme sind falsch, die auf Beständigkeit der menschlichen Natur, nicht auf seiner Wandlungs- und Entwicklungsfähigkeit beruhen."

Oscar Wilde (1854 - 1900), irischer Lyriker, Dramatiker und Bühnenautor

Aus dem klassischen Coaching heraus hat sich der Begriff "Systemisches Coaching" im Fortbildungssektor mehr und mehr etabliert.

Was bedeutet dieser Begriff jedoch genau?

 

Systemisch zu arbeiten bedeutet eine Loslösung vom eindimensionalen Ursache-Wirkungs-Denken.

 

Systemisch betrachtet gibt es DEN PERSÖNLICHEN ERFOLGSWEG nicht und auch keine allgemein gültigen Antworten auf Fragen gibt wie:

  • Wie habe ich beruflich und privat am meisten Erfolg?
  • Was passiert, wenn ich mich in einer bestimmten Art und Weise verhalte?
  • Was passiert, wenn ich etwas tue, unterlasse, forciere ... ?

Das ist nicht so einfach zu akzeptieren, besonders für Menschen, die gerne die absolute Kontrolle über alles haben.

 

Wir alle sind: 

  • beruflich (Kollegen, Vorgesetzte, Kunden, Zulieferer, …)
  • familiär (Kinder, Partner, Eltern, Geschwister, ...)
  • und in unseren Sozialkontakten (Freunde, Vereine, Hobbys, …)

in zahlreiche Vernetzungen, vermeintliche Abhängigkeiten, Rechte und Pflichten eingebunden. Dem stehen wiederum viele persönliche, familiäre, fremde und beruflich wichtige Bedürfnisse, Wünsche und Zielvorgaben gegenüber. Dahinter verbirgt sich eine Vielfalt der verschiedensten Menschen mit ihren unterschiedlichen Charakteren und ihrer sich wiederholenden Verhaltens- und Denkmustern. Dazu zählen (un)geschriebene Gesetze, unsere Erziehung und unsere Glaubenssätze, die allgemeine Moral und Ethik, (in)offizielle Regeln, berufliche Zielsetzungen und vieles mehr. Betrachtet man die Komplexität dieses Systems, wird ersichtlich, dass eine eindimensionale - auf das einzelne Individuum reduzierte Sichtweise - hier nicht sinnvoll ist.

Die eigene Persönlichkeitsstruktur definiert wiederum die individuelle Einbindung in das System. Sie liefert das stets subjektive Deutungsmuster und bestimmt den bisherigen Handlungsrahmen des Klienten, der nicht immer erfolgreich ist.

 

Die Veranschaulichung der Verstrickungen, die diesen Domino-Effekt im persönlichen Netzwerk bewirken, macht einen wichtigen Baustein des Systemischen Coachings aus.

 

Im Systemischen Coaching wird der Klient - eingebunden in seinem System - als Experte in eigener Sache gesehen. Daraus definiert er mit Unterstützung des Coachs die Vorgehensweise.

 

Ziel eines Systemischen Coachings ist:

 

  • die Eigen- und Fremdwahrnehmung realitätsnah zu gestalten,
  • die Selbstreflexion und -organisationsfähigkeit des Klienten auf- wie auch auszubauen
  • und damit sein Handlungspotential größtmöglich zu erweitern.

 

Systemisches Coaching ist eine Prozessbegleitung auf dem schmalen Weg zwischen selbstverantwortlichem, selbstbestimmtem erfolgreichen Denken und Handeln

unter der realitätsnahen Berücksichtigung der sich selbst definierenden Vorgaben des Systems.